Humane Papillomviren (HPV)
Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) wird seit einigen Jahren für junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt.
Es gibt über 100 verschiedene HPV-Viren, die unterschiedlich gefährlich sind. Manche sind in der Lage, Krebs zu verursachen, andere können Genitalwarzen hervorrufen. Übertragen werden die HPV-Viren beim Geschlechtsverkehr oder bei intimen Kontakten, z. B. auch beim Petting. Kondome bieten keinen absoluten Schutz.
Die Impfstoffe, die derzeit verfügbar sind, schützen nur von einigen wenigen HPV-Viren, die jedoch für etwa 70 % aller krebsartigen Veränderungen verantwortlich sind und für die Entstehung von 90 % aller Genitalwarzen. Eine Impfung bietet aus diesem Grund keinen vollständigen Schutz, weshalb die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen weiterhin notwendig und wichtig bleiben.
Werden die Zellen am Gebärmutterhals durch HPV-Viren infiziert, heilen diese Infektionen in der großen Mehrzahl der Fälle ohne weitere Folgen vollständig aus. In seltenen Fällen verändern sich die Zellen jedoch dauerhaft. Es entwickeln sich Vorstufen von Krebszellen. Wenn man diese, z. B. durch eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig entdeckt, kann man diese Zellen durch einen Eingriff beim Frauenarzt entfernen lassen. Geschieht das nicht, entwickeln sich die Krebsvorstufen mit der Zeit zu Krebs. In Deutschland sterben heute jährlich knapp 2000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 6.000 erkranken jedes Jahr. Durch eine Impfung kann man sein Risiko minimieren. Abhängig von der persönlichen Lebenssituation informiert der Frauenarzt über Vor- und Nachteile, damit jede Frau abwägen und für sich entscheiden kann, ob sie sich impfen lassen will oder nicht.
Dr. Harald zur Hausen hat für die Erforschung und Entwicklung dieses Impfstoffes im Jahr 2008 den Nobelpreis für Medizin erhalten.