Keuchhusten (= Pertussis)
Keuchhusten wird von Bakterien verursacht, man nennt sie Bordetella pertussis. Sie verursachen im Säuglingsalter Husten mit schwerer Atemnot, im Kindesalter Hustenanfälle mit Erbrechen und im Erwachsenenalter schwerwiegenden, lang andauernden Reizhusten.
Da ungeimpfte Säuglinge sehr schwer erkranken können und der Impfschutz erst nach der Grundimmunisierung im ersten Lebensjahr vollständig aufbaut, wurde bisher allen Erwachsenen mit Kontakt zu Säuglingen, also allen Eltern, Geschwistern, Großeltern, Tagesmüttern und medizinischem Personal in Kinder- und Frauenarztpraxen die Keuchhustenimpfung empfohlen. Ziel war es, eine Ansteckung der ungeschützten Säuglinge durch infizierte Kontaktpersonen zu verhindern.
In Deutschland waren im Jahr 2008 85 Prozent aller Betroffenen über 15 Jahre alt. Damit wird die Erkrankung zunehmend für Erwachsene zum Problem.
Daher hat die Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut (RKI) ihre Empfehlungen aktuell geändert. Sie empfiehlt nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen einen Keuchhustenimpfschutz, unabhängig davon, ob sie direkten Kontakt zu Säuglingen haben. Dazu erhalten alle Erwachsenen eine Keuchhustenimpfung und zwar als Kombinationsimpfung mit Tetanus und Diphtherie, wenn in den letzten 10 Jahren keine Keuchhustenimpfung erfolgt ist.