Mumps, Masern, Röteln
Die Weltgesundheitsorganisation hat es sich zum Ziel gesetzt, Masern und Röteln in Deutschland komplett zu eleminieren. Nur wenn Durchimpfungsraten von über 95 Prozent erreicht werden und der Impfschutz durch zwei Impfungen möglichst früh bis zum 2. Lebensjahr aufgebaut ist, kann das WHO-Ziel erreicht werden und Europa frei werden von Masern, Mumps und Röteln. Derzeit werden in Deutschland immer wieder größere Ausbrüche gemeldet.
Neu seit August 2010: Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat aktuell die Empfehlung ausgesprochen, dass alle nach 1970 geborenen Erwachsenen eine Masernimpfung erhalten sollen, sofern sie nicht oder nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist. Für Jugendliche wird bereits seit längerem empfohlen, im Kleinkindalter versäumte Masernimpfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen. Die STIKO reagiert damit auf die immer wieder auftretenden Masernausbrüche in Deutschland und die Impflücken vor allem bei jungen Erwachsenen.
Alle drei Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Krankheiten sind daher alle sehr ansteckend. Heute gibt es sogenannte Kombinationsimpfstoffe, die gegen alle drei Krankheiten schützen. Das ist für einen Säugling, der viele Impfungen über sich ergehen lassen muss, ein großer Vorteil.
Masern
Den typischen Ausschläge, die sich auf den ganzen Körper verteilen, gehen Fieber und Entzündungen im Nasen- und Rachenraum voraus. Problematisch sind Komplikationen durch Infektion der Pusteln beim Kratzen aber auch schwerwiegende Gehirnentzündungen, die bei einem von tausend Infizierten auftreten können. Schwerwiegende, seltene Spätkomplikationen können sogar tödlich verlaufen.
Mumps, im Volksmund auch Ziegenpeter genannt, geht mit einer Schwellung der Speicheldrüsen ein- oder beidseitig sowie mit Schluckbeschwerden und Fieber einher. Als Komplikationen können sich im Nachgang zur Erkrankung Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie des Gehirns entwickeln. Bei Jungs kann es zur Entzündung der Hoden kommen, die Ursache späterer Unfruchtbarkeit sein kann.
Röteln
Der kleinfleckige Hautausschlag beginnt im Gesicht und breitet sich auf den Körper aus, die Lymphknoten sind häufig angeschwollen. Röteln sind aufgrund der Komplikationen gefürchtet, Entzündungen der Gelenke und des Gehirns können dauerhafte Schäden verursachen. Die Infektion während einer Schwangerschaft in den ersten vier Monaten kann zur Fehlgeburt führen oder das ungeborene Kind erheblich schädigen.
Deshalb wird allen Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen, vor der Schwangerschaft ihren Impfschutz kontrollieren zu lassen und den Impfschutz mit zwei Rötelnimpfungen aufzubauen.