Pneumokokken-bedingte Lungenentzündungen
Weltweit sind Pneumokken die bakteriellen Erreger mit der größten Bedeutung für den Menschen. Sie sind die häufigste Ursachen für Lungenentzündungen, die außerhalb der Krankenhäuser erworben werden.
In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 12.000 Menschen an einer Pneumokokkeninfektion.
Bei nahezu der Hälfte aller gesunden Menschen kann man die Erreger, Streptococcus pneumoniae, in den oberen Atemwegen finden. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Es gibt eine Vielzahl von Varianten dieser Erreger, die sich durch die Struktur ihrer Kapsel in verschiedene, sogenannte Serotypen unterteilen lassen. Sie sind unterschiedlich gefährlich. Die verfügbaren Impfstoffe decken die Serotypen ab, die für nahezu 90 Prozent aller Pneumokokkenerkrankungen verantwortlich sind.
Auch als Erreger von Hirnhautentzündung spielen Pneumokokken eine große Rolle. Betroffen sind meistens Säuglinge oder Kleinkinder oder ältere Menschen insbesondere dann, wenn sie an chronischen Erkrankungen leiden, z. B. Asthma, Diabetes - also Zuckerkrankheit - oder Erkrankungen des Herzkreislaufsystems.
Pneumokokkenerkrankungen kann man mit Antibiotika behandeln. Das wachsende Problem sind allerdings sogenannte "Resistenzen", das bedeutet, die Pneumokokken reagieren nicht mehr empfindlich und breiten sich trotz eines Antibiotikums weiter im Körper aus.
Vor Pneumokokken kann man sich schützen mit einer Impfung.
Der Impfschutz wird im Säuglingsalter empfohlen, danach allen Menschen über 60 Jahren sowie Menschen mit chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Nierenerkrankungen.
Auch vor einer Chemotherapie oder Transplantation ist der Impfschutz empfehlenswert.
Die Auffrischung des Impfschutzes erfolgt für Menschen mit erhöhtem Risiko im Abstand von 5 Jahren.