Kinderlähmung (= Polio)
Die Erreger der Kinderlähmung (Poliomyelitis) sind Enteroviren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es sich zum Ziel gesetzt, die Polioviren weltweit auszurotten, seit 2002 ist Europa poliofrei. Auf Kontinenten wie Afrika und Asien sind die Viren hingegen weit verbreitet. Eine Einschleppung über Afrika und Asien ist durch die starke Reisetätigkeit in unserer globalisierten Welt ein ständiges Risiko. Geschützt sind alle, die über eine vollständige Grundimmunisierung verfügen und danach noch einmal eine Auffrischimpfung erhalten haben.
Die Ansteckung mit verunreinigtem Stuhl erfolgt über Schmierinfektionen. Die Viren werden über den Mund aufgenommen. Typische Krankheitszeichen fehlen bei fast 95 Prozent der Erkrankten. Sie können noch nach Monaten auftreten. Die typischen Krankheitszeichen sind dauerhafte Lähmungen an den Beinen und der Atemmuskulatur. Früher hat man sich mit einer Schluckimpfung geschützt. Heute wird der Impfstoff meist zusammen mit Tetanus und Diphtherie, Hepatitis B, Hämophilus influenzae b (Hib) und Keuchhusten als Sechsfachimpfstoff im Säuglingsalter verabreicht und damit der Basisimpfschutz aufgebaut.
Polio wird dann im Jugendlichenalter noch einmal aufgefrischt. Eine weitere Impfung ist dann nur noch erforderlich als Reiseimpfung also beim Besuch von Ländern, die polioverseucht sind, wenn seit der letzten Auffrischimpfung mehr als 10 Jahre vergangen sind.